Clarence Leonidas „Leo“ Fender,

einer der Pioniere in der Geschichte der E-Gitarre

Im Jahre 1909 kam Leo Fender in Anaheim, Kalifornien zur Welt. Er gründete das Unternehmen Fender Electric Instrument Manufacturing Company später war er auch Mitbegründer von MusicMan und G&L Musical Instruments. Interessanterweise wollte Leo Fender selbst nie Gitarre spielen lernen. Der Ruf von Fender beruht hauptsächlich auf den Pionierleistungen in den 1950er und 1960er Jahren.

Er war jedoch schon früh für Elektrotechnik zu begeistern. Als Hobby baute und reparierte er während seiner Schulzeit Radios. Nachdem er die High School im Jahr 1928 verlassen hatte, machte er im Fullerton Junior College einen Abschluss in Buchführung. 1934 heiratete er Esther Klotzky und arbeitete als Buchhalter für das California Highway Department. 1938 eröffnete er ein Radiogeschäft in Fullerton, Kalifornien. In diesem wurden nicht nur Radios verkauft, sondern auch Plattenwechsler sowie Schallplatten und Musikinstrumente sowie Reparaturen durchgeführt. Des Weiteren beschäftigte sich Leo Fender auch schon mit verschiedenen Verstärkersystemen für Sprache, Musik sowie Instrumente und hatte Anlagen gebaut, die er bei Veranstaltungen verlieh.

Das Unternehmen K&F Manufacturing Corporation gründete er mit Partner Clayton Orr „Doc“ Kauffman 1945. Sie handelten größtenteils mit selbst hergestellten Werkzeugen und Maschinen in den Räumen des Radiogeschäftes das in kleinen Stückzahlen Hawaiigitarren und Verstärker herstellte. Die beiden hatten auch einen neuen Tonabnehmer entwickelt. Das Unternehmen hat ein Patent auf einen verbesserten Plattenwechsler, der ebenso produziert wurde. 1946 wurde K&F von der Firma Radio-Tel die Übernahme des Vertriebes im großen Stil angeboten, was Leo Fender annahm. Kauffman erschien dies zu kühn, und er verließ daraufhin das Unternehmen. Fender eröffnete nun die Fender Electrical Instrument Co., die nun in den in der Nähe des Radiogeschäfts aufgebauten neuen Hallen in größerem Stil produzierte. Im selben Jahr wurden noch mehrere Gitarrenverstärker auf den Markt gebracht (Deluxe, Princeton, Professional).

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1947 verkaufte er sein Radiogeschäft an Dale Hyatt. Fender ärgerte sich darüber, dass er zwar die Elektrik der Gitarren, nicht aber die damals üblicherweise eingeleimten Gitarrenhälse reparieren konnte. Daher dachte er über eine neue Art von Gitarre mit einem angeschraubten Hals nach. Diese Gitarre sollte aus einzelnen, leicht auszutauschenden Komponenten bestehen. 1950 stellte er die sehr bald in Telecaster umbenannte Broadcaster vor. Einige der von Fender entwickelten Musikinstrumente zählen zu den bekanntesten und verbreitetsten ihrer Art und dienen als Vorbild für zahlreiche Nachahmungen und Weiterentwicklungen. Durch seine Erfindungen, seine Leistungen im Bereich der industriellen Produktion dieser Instrumente und durch deren erfolgreiche Vermarktung wurde Leo Fender einer der Pioniere in der Geschichte der E-Gitarre und des E-Bass.

In den 1950er-Jahren war Leo Fender für die Entwicklung von E-Gitarren-Modellen, E-Bass-Modellen sowie von Gitarrenverstärkern und E-Pianos verantwortlich. 1954 folgte mit der Stratocaster eine weitere elektrische Gitarre, die wie die Telecaster und der Precision Bass den Sound der folgenden Jahrzehnte, aber auch das Aussehen elektrischer Gitarren entscheidend beeinflusste. Die damals futuristische Stratocaster ist eine weitere Stilikone der Musikgeschichte und gilt zusammen mit der Telecaster als meistkopierter Gitarrentyp. Auch mit den Verstärkermodellen von Fender wurde der Ruf des Unternehmens begründet.Gleichzeitig läutete Fender damit die Massenproduktion im Gitarrenbau ein, da alle Teile seiner Gitarren einzeln hergestellt und miteinander verschraubt werden konnten – eine damals völlig unübliche Technik, die anfangs belächelt wurde.

Leo Fender hatte gute Beziehungen zur südkalifornischen Musikerszene, was ihm die Verbreitung seiner Vision erleichterte und ihn nicht auf die traditionelle Ansprache über ein Händlernetz angewiesen machte. Gleichzeitig waren seine Gitarren durch die Art und Weise ihrer Herstellung für die meisten Musiker erschwinglicher als die der Konkurrenz (hauptsächlich Gibson). Durch das innovative und sehr effektive Produktionskonzept wurde Leo Fender in den 1950ern im Gitarrenbau zu dem, was Henry Ford in den 1920er-Jahren im Automobilbau gewesen war. Fenders Geschäft lief blendend und seine Instrumente wurden von den Musikern angenommen. 1965 erkrankte Leo Fender schwer, konnte das Unternehmen nicht mehr führen und war deshalb einverstanden, es an den Medienkonzern CBS für 13 Millionen Dollar zu verkaufen. Erst nach dem Verkauf fand er einen Arzt, der ihn heilen konnte. Er blieb in den nächsten Jahren bei CBS offiziell beratend tätig, betrat aber das für ihn bereitgestellte Büro nicht, und geriet zunehmend in Ärger über die Art und Weise, mit der CBS produzierte und entwickelte.

1971 gründete Leo Fender mit seinen früheren Angestellten Forrest White und Tom Walker das Gitarren- und Bassunternehmen Tri-Sonic, das 1973 in Musitek, Inc. und 1974 schließlich in MusicMan umbenannt wurde. Vorerst wurden nur Verstärker gebaut, und um ein Komplettangebot im Programm zu haben, wurde Leo Fenders Beraterfirma CLF Research vertraglich verpflichtet, für MusicMan Bässe und Gitarren zu produzieren. In den nächsten Jahren entstand hier vor allem der berühmte MusicMan StingRay E-Bass, der bis heute erfolgreich verkauft wird. Nachdem Leo Fender mit dem Management von MusicMan Schwierigkeiten hatte, stieg er 1980 aus und gründete noch im selben Jahr G&L Musical Instruments. Bis zu seinem Tod entstanden hier weitere Innovationen. Leo Fender starb am 21. März 1991 an den Nebenwirkungen der Parkinson-Krankheit.

1992 wurde Fender in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und im Februar 2009 wurde Leo Fender posthum ein Grammy für seine besonderen Verdienste („Special Merit Award“) verliehen.

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