„Knock out“ – Charley Antolini´s legendäre Testplatte für HiFi-Boxen

Die Schweiz ist nicht nur für die leckere Schokolade bekannt. Ein Musikexport hat es geschafft internationale Anerkennung zu erlangen; die Schweizer Schlagzeuglegende Charley Antolini. Mit einem Album ist es ihm gelungen speziell bei HiFi,- und High End Fans in Erinnerung zu bleiben.

„Knock out“  erschienen 1979 und fasziniert immer wieder HiFi-Gourmets die Anlage bis zum äußersten zu bringen. In immer wieder neuen Versionen hat die Platte bis heute nichts von ihrem Ruf eingebüßt. Es macht unglaublich viel Spaß das HiFi-Equipment auf die Probe zu stellen. „Knock out“ bietet neben der unglaublichen Schlagzeugkunst Antolini´s auch wunderbare Stücke gemeinsam mit  Wolfgang Schmid und Nippi Noya an Bass und Percussions eingespielt. Der Titelsong auf Seite A (16 Minuten) liefert eine variantenreiche Bearbeitung des Schlagzeugs mit tollen Tempowechseln, Seite B bietet fünf Stücke die sich jedoch alle etwas zurückhalten wodurch die Aufmerksamkeit mehr auf Percussions und Bass gelenkt wird. „Crystal for Christel“ z. B. schafft es dem Bass bisher nicht gekannte Töne zu entlocken.

Bildergebnis für charly antolini knock out

Wir haben eine Direktschnitt-Aufnahme von 2003 gehört, das Klappcover gibt umfangreich Aufschluss über die Biografie der beteiligten Musiker sowie über den Entstehungsprozess der ursprünglichen Aufnahme, außerdem über die für diese Ausgabe verwendete Technik. Wir hören diese Einspielung immer wieder gerne.

„Wo Antolini draufsteht, ist Antolini drin!“, sagt Superdrummer Charly Antolini. Auf seinen eigenen CDs ist das Schlagzeug immer eine Spur lauter als anderswo. Aber eigentlich ist Charly Antolini nicht Boxentester, sondern einer der technisch besten Schlagzeuger, die es in Europa je gegeben hat.

Charly Antolini kam 1937 in Zürich zur Welt. Seine Ausbildung begann Antolini an der traditionellen Basler Trommel in einer der Tambourschulen seiner Heimatstadt. 1956 ging er nach Paris um als professioneller Jazzmusiker zu spielen. Sein Vorbild ist Louie Bellson. In Paris spielte er u.a. mit Sidney Bechet, Bill Coleman und Albert Nicholas, gefolgt von Festivalauftritten in ganz Europa. Bekannt wurde er in den 1950er Jahren durch sein Spiel in der Oldtime Jazz-Band „The Tremble Kids“ (mit dem Trompeter Oscar Klein und dem Klarinettisten Werner Keller), mit denen er noch in den 1990er Jahren gelegentlich spielte. 1962 ließ er sich in Deutschland (Stuttgart) nieder, wo er fünf Jahre zusammen mit dem Bassisten Peter Witte und dem Pianisten Horst Jankowski das rhythmische Rückgrat der SWR Bigband unter Erwin Lehn bildete. Er spielte außerdem in den Big Bands von Kurt Edelhagen (1974/75, nahm auch 1974 an der Sowjetunion-Tournee des Orchesters teil), Peter Herbolzheimer und Max Greger sowie in der NDR Bigband.

Mit Max Greger junior und Milan Pilar bildete er 1972 das Fusiontrio Catch Up, das mehrere Alben einspielte. Seit 1976 leitet er, mit wechselnden Besetzungen, eine eigene Band, „Charly Antolinis Jazz Power“, in der er lange mit Charly Augschöll oder Steve Hooks (Tenorsaxophon), David Gazarov (Klavier), Rocky Knauer (Bass) arbeitete und auch bekannte internationale Jazzmusiker begleitet. Außerdem spielte er u.a. mit Rudi Wilfer, Wolfgang Dauner, Benny Goodman (1981/82 für dessen Tournee in Deutschland und Italien, ein Konzert in Kopenhagen wurde im Fernsehen übertragen), Lionel Hampton (in den 1980er Jahren für Auftritte in Sylt und Kopenhagen), Barbara Dennerlein, Albert Mangelsdorff, Earl Hines, Roy Eldridge, Jimmy Giuffre, Art Farmer, Oliver Nelson, Art Van Damme, Fatty George, Stuff Smith, Baden Powell u. a. Berühmt wurde sein Direktschnitt-Album Knock Out (1979), das innerhalb weniger Tage vergriffen war. Es gilt bis heute als Belastungstest für HiFi-Boxen.