Quincy Jones – Musikgenie und Legende wurde 85

Es gibt wohl nichts was Quincy Jones im Musik Business nicht schon gemacht hat. Er hat eine Big Band geleitet, ist Solokünstler, Dirigent, Songwriter, Produzent, Arrangeur, Komponist für Filmmusik, Leiter eines Plattenlabels, Autor und er hat Spielfilme und Serien mitentwickelt. Gleichzeitig zeigt er sich auch verantwortlich als Produzent für die bis heute erfolgreichste Platte aller Zeiten, Michael Jackson´s legendäres Album „Thriller“. Am 14. März wurde Ouincy Jones nun 85 Jahre alt und blickt auf ein reiches Leben in der Musikbranche zurück. Nominiert bis 2010 für unglaubliche 79 Grammy´s (27 hat er erhalten) hat Jones in seinem Leben sämtliche wichtigen Preise gewonnen. Kaum ein anderer Musiker kann auf ein so großes und besonders vielseitiges Werk in so unterschiedlichen Musik Genres zurückblicken. Er war oft der stille Mann im Hintergrund; zeigt sich aber verantwortlich für Erfolge von Aretha Franklin und Ray Charles, Miles Davis und Billie Holiday, Peggy Lee, Frank Sinatra, Tony Bennet, Sarah Vaughan, Duke Ellington und Gene Krupa oder eben auch Michael Jackson.

Aber auch als Musiker war Quincy Jones sehr erfolgreich. Sein Album „Body Heat“ von 1974 schaffte es in die Top Ten der Billboard-Charts, weitere Alben kamen unter die oberen 20 Platzierungen. Nach der Diagnose eines lebensgefährlichen Aneurysmas musste er sein Trompetenspiel allerdings einstellen.

Quincy Delight Jones jr. kam am 14. März 1933 in Chicago, Illinois zur Welt. Seine Kindheit verbrachte er in Chicago. Bei einem Einbruch in ein Veteranenheim der US-Armee entdeckte er seine Liebe zur Musik. In Bremerton im US-Bundesstaat Washington lernte er als Teenager Ray Charles kennen, mit dem er eine kleine Combo gründete und durch die lokalen Jazz-Clubs von Seattle zog. Mit 17 bekam er ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston. Doch schon 1951 gab er das Studium auf, als ihn Lionel Hampton als Trompeter für eine Tournee engagierte. Als sich Jones beim Orchester von Lionel Hampton auch als Arrangeur erste Sporen verdient hatte, ließ er sich in New York nieder, wo er bald außer für seinen Jugendfreund Ray Charles auch Arrangements für Studioaufnahmen von Künstlern wie Count Basie, Sarah Vaughan, Duke Ellington und Gene Krupa verfasste. Dizzy Gillespie verpflichtete ihn 1956 als Orchesterleiter für eine Tournee, die unter anderem in den Nahen Osten und nach Südamerika führte. 1957 bekam er einen Vertrag bei ABC-Paramount, dort konnte er das erste eigene Album, „This Is How I Feel About Jazz“, veröffentlichen.

Noch 1957 ging Jones nach Paris, wo er unter anderem bei Nadia Boulanger am Amerikanischen Konservatorium in Fontainebleau seine musikalischen Studien vertiefte. Nebenher arbeitete er nun als Produzent für das Label Barclay Records, dem französischen Vertriebspartner von Mercury Records, wo er unter anderem Jacques Brel, Henri Salvador und Charles Aznavour betreute, aber auch Auslandsaufnahmen von Billy Eckstine oder Sarah Vaughan produzierte. Auch ging er mit verschiedenen Jazz-Bands in Europa auf Tournee. Im Juni 1958 leitete er das Orchester für ein Galakonzert von Frank Sinatra in Monaco, es war der Auftakt für eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstler. 1959 und 1960 war er dann mit der Quincy Jones Big Band  in Europa unterwegs.

Bildergebnis für Quincy Jones

Zurück in den USA wurde Jones 1961 Vizepräsident der New Yorker Abteilung von Mercury Records und Leiter von deren A & R und 1964 Vizepräsident des Labels und damit der erste Afroamerikaner in der Führungsspitze eines Major-Labels. Neben Jazz produzierte er jetzt auch Pop. Ab 1963 komponierte er auch mit Erfolg Filmmusik. Im selben Jahr gewann er seinen ersten Grammy für das Arrangement zu „I Can’t Stop Loving You“ für das Orchester Count Basie. 1964 leitete er das Orchester (und schrieb zusammen mit Billy Byers die Arrangements) für das zweite gemeinsame Studioalbum „It Might As Well Be Swing“ von Frank Sinatra und Count Basie, auf dem sich auch eine legendäre Version des Songs „Fly Me To The Moon“ befindet, die 1969 bei der Mondlandung gespielt wurde. Als Orchesterleiter ging er zusammen mit Sinatra und Basie 1964 auch auf eine ausgedehnte, fast zweijährige Konzerttournee, in deren Rahmen unter anderem das Live-Doppelalbum Sinatra At The Sands entstand (1966). 18 Jahre später (1984) spielte Sinatra unter Jones’ Leitung sein letztes Soloalbum „L.A. Is My Lady“ ein. Er komponierte zahlreiche weitere Filmmusiken, bevor er sich ab Mitte der 1980er Jahre auch in Hollywood auf das Produzieren verlegte. Filmmusiken hat er u.a. komponiert für „Die 27. Etage (Mirage)“ (1964) und „Mackenna’s Gold“ (1967“ beide mit Gregory Peck, den preisgekrönten Film „In der Hitze der Nacht (In the Heat of the Night)“ (1965) mit Rod Steiger, „Nicht so schnell, mein Junge (Walk Don’t Run)“ von 1966 der letzte Film mit Cary Grant, „Roots“ von 1977 aber auch für „Austin Powers in Goldständer (Austin Powers in Goldmember)“ von 2002.

Jones produzierte auch erfolgreiche Titel mit den Künstlern Aretha Franklin, Little Richard und Herbie Hancock. 1985 produzierte Jones den von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebenen Welthit „We Are the World“, der 50 Millionen US-Dollar zugunsten eines Hilfsfonds für Afrika einbrachte. Im selben Jahr entstand die Romanverfilmung „Die Farbe Lila“ von Steven Spielberg, für die er die Oscar-nominierte Musik schrieb. Als festen Partner hatte er bei diesen und vielen anderen Produktionen regelmäßig Songwriter Rod Temperton und den Toningenieur Bruce Swedien zur Seite, der insbesondere den Michael-Jackson-Alben zu ihrem unverwechselbaren Sound verhalf.

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1989 produzierte Jones das Album „Back on the Block“, das unter anderem eine Coverversion von „Birdland“ enthält, bei der auch Ella Fitzgerald, George Benson und Joe Zawinul mitwirkten. Auf der mit einem Grammy ausgezeichneten Platte sind außerdem Miles Davis, Al Jarreau, Take 6, Sarah Vaughan (eine ihrer letzten Aufnahmen) und Ray Charles zu hören. 1991 erschien der Dokumentarfilm „Listen Up – Das Leben des Quincy Jones“ von Ellen Weissbrod. Er war auch Produzent der TV-Sitcom „Der Prinz von Bel Air“ und Herausgeber der Musikzeitschriften „Vibe“ und „Spin“.Bis heute ist Quincy Jones noch musikalisch sehr aktiv.

Jones hat sechs Töchter und mit dem schwedischen Fotomodell Ulla Andersson einen Sohn. Von 1991 bis 1997 lebte er mit der Schauspielerin Nastassja Kinski zusammen, aus dieser Beziehung stammt eine Tochter.

Mr. Jones, „Thank you for the music“.