Verve Records – ein Label das jedem Jazzfan bekannt  ist…

und jeder Jazzfan hat Schallplatten oder CD´s in seinem Regal stehen. Die wenigsten wissen sicherlich das ein Vertragsabschluss mit Ella Fitzgerald den Grundstein legte für dieses legendäre Jazzlabel das 1956 von Norman Granz gegründet wurde. Granz legte seine beiden früher gegründeten Jazzlabels zusammen, dies waren „Down home, Norgran Records und Clef Records. Verve bedeutet im übrigen locker beschwingtes Lebensgefühl, im Deutschen, Englischen und Französischen hat Verve etwa die gleiche Bedeutung. Norman Granz (1918 – 2001) war ein Jazz-Impressario und -produzent.

Unter Clef Records brachte Granz auch die erste Live Platte auf den Markt, die von Ella Fitzgerald eingespielte Schallplatte „How high the moon“. Mit zunehmenden Erfolg Fitzgeralds wurde Verve international immer bekannter. Als ein Klassiker des American Jazz gilt die erste Produktion von Verce Records, „Ella Fitzgrald sings the Cole Porter Songbook“. Weitere Einspielungen von Fitzgerald sicherten den Erfolg des neuen Labels. Getragen von Verve wurde Ella 1958 für ihre Duke Ellington- und Irving Berlin Interpretationen als erste Jazzsängerin mit dem Grammy ausgezeichnet. Insgesamt sieben Einspielungen der Jazzsängerin ebneten den Weg für das Verve-Label.

Anfang der 1960er begann Verve seine Angebotspalette erheblich zu erweitern; das Label begann Folk-, Lyrik- und Cabarettplatten zu produzieren und sprang auch auf den fahrenden Zug des Rock´n Roll auf. Granz verkaufte sein Unternehmen Verve 1961 für etwa 3 Millionen US-Dollar an den Medienkonzern MGM und zog sich zunächst, um den Vertrag zu erfüllen, völlig aus dem Plattengeschäft zurück. Unter der neuen Leitung von Creed Taylor wurden Stars wie Stan Getz unter Vertrag genommen. Taylor verstand sich auf ausgezeichnete Jazz-Produktionen. Dennoch verließ er 1967 das Label, gründete aber zuvor noch ein stilfremdes „Unterlabel“, das Verve Folkwaysgenannt wurde (später umbenannt in Verve Forecast). Zu Taylors erfolgreichsten Produktionen gehören u.a. Herb Alpert & The Tijuana Brass. Ende der 1960er Jahre entstanden bei Verve auch Plattenproduktionen von Musikgruppen wie „The velvet Underground“ oder „von „Frank Zappa“.

Bildergebnis für Verve Records

1972 wurde das Label von der Polygram Gruppe übernommen;es fanden aber keine Produktionstätigkeiten mehr statt. Nach dem Aufkommen der CD Anfang der 1980er knüpfte Verve an die alte Erfolgsgeschichte an mit den Backkatalog-Aufnahmen vieler seiner Jazztitel. Ab Ende der 1980er Jahre wurden neben den alten Titeln auch aktuelle Trends erfolgreich aufgegriffen.

Seit 1997 publiziert das Label jährlich einen Sampler unter dem Titel „Verve Today JJJJ“ (JJJJ steht hier als Platzhalter für die jeweilige Jahresangabe), auf dem die Verve Music Group einen Ausschnitt aus dem aktuellen Programm vorstellt. Diese Sampler haben inzwischen einen eigenen Status erreicht, spiegeln sie doch einerseits die aktuelle musikalische Entwicklung des Labels wider, andererseits versammeln sie in der Regel Höhepunkte der vorgestellten Werke.

Inzwischen hat sich die Verve Music Group wieder als Jazzlabel im Markt positionieren können. Neben bekannten Stars der heutigen Jazzszene zeichnet sich das Label auch durch die Pflege von Altstars aus (z.B. wurde im Juli 2010 ein neues Album von Jerry Lee Lewis veröffentlicht).

Außerdem stellt Verve immer wieder Künstler vor, deren Musik eher zur Pop- oder zur Weltmusik gehören. Diese Vielfalt stößt zwar bei einigen Jazzpuristen auf Kritik, ermöglicht aber oft vertraglich gebundenen Künstlern neue Wege in der kreativen Zusammenarbeit.

 

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