Wenn Jazz mehr war als Musik – Dave Grusin und One of a Kind
Es gibt Alben, die hört man nicht einfach. Man lebt mit ihnen Für viele Musikliebhaber der 80er und 90er – und für mich ganz persönlich – gehört Dave Grusin mit One of a Kind genau in diese Kategorie.
Diese Musik steht für eine Zeit, in der man sich bewusst vor die Anlage setzte, das Licht dimmte, ein Glas Wein einschenkte und einfach nur hörte. Kein Streaming. Kein Skip-Button. Kein Algorithmus.
Nur Musik. Klang. Raum. Atmosphäre.
One of a Kind erschien ursprünglich 1977/1978 und zählt bis heute zu den elegantesten Fusion- und Contemporary-Jazz-Aufnahmen überhaupt. Das Album wurde in New York aufgenommen und später über GRP Records neu veröffentlicht – jenem legendären Label, das audiophile Jazzproduktionen revolutionierte.
Der Sound von Amerika – elegant, frei und voller Möglichkeiten
Wenn ich Dave Grusin höre, denke ich sofort an das Amerika der 80er Jahre. An ein Land voller Eleganz, Aufbruch, Dynamik – und unbegrenzter Möglichkeiten. Eine Zeit, in der Musik noch Gewicht hatte.
Musik war Teil des Lebensgefühls. Teil der Einrichtung. Teil der Persönlichkeit. Dave Grusin lieferte genau den Soundtrack dafür: raffiniert, urban, luxuriös, aber nie kühl.
Seine Harmonien haben Wärme.
Seine Arrangements haben Luft.
Sein Piano hat ein unverkennbaren Sound.
One of a Kind klingt wie Manhattan bei Nacht, Kalifornien bei Sonnenuntergang und ein High-End-Wohnzimmer mit großen Lautsprechern.

Die Verbindung zu Hollywood – Dave Grusin als Filmkomponist einer goldenen Ära
Viele kennen Dave Grusin nicht zuerst als Jazzmusiker – sondern über das Kino.
Er schrieb Musik für einige der stilprägendsten Filme Hollywoods:
- The Graduate
- Three Days of the Condor
- Tootsie
- The Goonies
- The Fabulous Baker Boys
- The Firm
Sein cineastischer Stil ist auch auf One of a Kind überall zu hören.
Vor allem „The Heart Is a Lonely Hunter“ – basierend auf seiner Musik zum gleichnamigen Film – trägt diese typische Grusin-Signatur: melancholisch, weit, emotional – wie eine Kamerafahrt durch ein nächtliches Los Angeles.

Warum One of a Kind auf Vinyl so besonders klingt
Für HiFi-Fans ist dieses Album fast Pflichtprogramm. Die Produktion ist außergewöhnlich offen und dynamisch.
Zu hören sind unter anderem:
- Fender Rhodes
- akustisches Piano
- Synthesizer
- Streicher
- Percussion
- fein platzierte Basslinien
- unglaublich natürliche Räumlichkeit
Mitwirkende wie Steve Gadd, Ron Carter und Grover Washington Jr. machen dieses Album zusätzlich zu einem musikalischen Ausnahmeprojekt.
GRP Records – als Klangqualität noch ein Qualitätsversprechen war
Was viele vergessen:
GRP Records gehörte zu den ersten Labels, die kompromisslos auf höchste Klangqualität setzten.
Dave Grusin und Larry Rosen waren Pioniere audiophiler Studiotechnik.
GRP wurde später berühmt für außergewöhnlich transparente Produktionen und frühe Digitalaufnahmen. Die Produktionen galten in HiFi-Kreisen jahrzehntelang als Referenz. Und genau deshalb passierte etwas Spannendes: Viele dieser LPs klangen auf einer hochwertigen Anlage oft emotionaler, räumlicher und musikalischer als manche frühe CD-Ausgabe der 80er. Wer damals einen guten Plattenspieler, einen kräftigen Verstärker und große Lautsprecher hatte, weiß genau, was gemeint ist.
Die Vinyl-Version von One of a Kind besitzt diese besondere Mischung aus:
Wärme + Druck + Raum + Eleganz
… die digitale Frühpressungen oft nicht erreicht haben.
Gebraucht auf Vinyl noch erhältlich – ein Geheimtipp für Sammler
Das Schöne:
One of a Kind ist heute gebraucht auf Vinyl noch erhältlich – und für Sammler absolut empfehlenswert.
One of a Kind taucht regelmäßig auf Vinylbörsen und bei Sammlerplattformen wie Discogs auf.
Wer eine gepflegte Pressung findet, bekommt:
- eines der schönsten Jazz-Fusion-Alben der späten 70er
- exzellente Musiker
- legendären GRP-Sound
- und eine Platte, die über gute HiFi-Anlagen bis heute beeindruckend klingt
Fazit: Musik für Menschen, die wirklich zuhören
Dave Grusins One of a Kind ist mehr als ein Jazzalbum.
Es ist ein Klangbild einer vergangenen Ära.
Eine Erinnerung an eine Zeit, in der Musik bewusster gehört wurde.
An Wohnzimmer voller HiFi-Komponenten.
An Nächte zwischen Jazz, Vinyl und großen Träumen.
Für mich bleibt dieses Album ein Stück persönlicher Musikgeschichte.
Elegant. zeitlos. amerikanisch.
Und jedes Mal, wenn die Nadel aufsetzt, fühlt sich das Leben für einen Moment wieder ein wenig leichter an.
mySoundbook Empfehlung
Für Fans von:
- Bob James
- Lee Ritenour
- Grover Washington Jr.
- Earl Klugh
- Spyro Gyra
- GRP Records Audiophile Pressings
- hochwertigem Jazz auf Vinyl
Unbedingt anhören:
Modaji
The Heart Is a Lonely Hunter
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