Am 29. Januar 2019 starb James Ingram im Alter von 66 Jahren – und mit ihm ging eine der elegantesten, wärmsten und zugleich kraftvollsten Stimmen der Pop-Soul-Ära.
Wer die 80er liebt, kennt dieses Timbre: samtig, „whiskey“-warm, immer emotional – und in den richtigen Momenten mit einem Punch, der jede Ballade größer wirken ließ als das Leben.
James Ingram starb am 29. Januar 2019 nach einem Kampf gegen Hirnkrebs (brain cancer).
Hinweis: In den allerersten Meldungen direkt nach seinem Tod wurde die Ursache teils noch nicht offiziell genannt, später wurde jedoch von mehreren seriösen Quellen übereinstimmend Hirnkrebs berichtet.
Waren das geile Zeiten, ich habe seine Songs und seine Stimme geliebt und habe mir alle seine Platten damals gekauft, musste auf US-Bekanntschaften zurückgreifen, da seine neuen Erscheinungen schwer in den 80er in Deutschland erhältlich waren. Es war die schönste Zeit in meinem Leben. Wir hatten in den 80er Jahren so viele Top-Künstler, man hatte wirklich die Wahl der Qual und am Monatsende ging mein ganzes Gehalt manchmal drauf , nur um neue Platten oder CD`s zu kaufen.
Ingram war nicht nur Sänger, sondern auch ein Ausnahmekönner zwischen Studio-Perfektion und echter Gefühlstiefe: ein Künstler, der Pop, R&B und Soundtrack-Glamour so mühelos verband, dass seine Songs bis heute wie Referenzaufnahmen für Stimme und Arrangement funktionieren.
Der Durchbruch: Quincy Jones, „The Dude“ – und plötzlich war da diese Stimme
Sein großer Startschuss fiel über die Quincy-Jones-Welt: Ingram wurde in den frühen 80ern zur Stimme, die Jones’ Produktionen veredelte – und damit zum Inbegriff des „High-End-Soul-Sounds“ dieser Zeit.
Schon hier zeigt sich, was Ingram so besonders machte: Er konnte weich und intim singen, ohne an Präsenz zu verlieren – und er konnte groß werden, ohne zu schreien.

Die Hits und Duette, die Musikgeschichte schrieben
James Ingram war ein König der Duette – und ein Sänger, der selbst in Radio-Produktionen eine seltene Dreidimensionalität in die Stimme brachte.
- „Baby, Come To Me“ (mit Patti Austin) – sein erster großer #1-Hit und ein Paradebeispiel für 80s-Soft-Soul in Perfektion.
- „One Hundred Ways“ – brachte ihm einen GRAMMY ein und gilt vielen Fans als seine „Signature“ für edlen, erwachsenen R&B-Pop.
- „Yah Mo B There“ (mit Michael McDonald) – ein weiteres Highlight seiner Duett-Ära und ebenfalls GRAMMY-prämiert.
- „I Don’t Have The Heart“ – die große 90er-Ballade, die es in den USA bis auf Platz 1 der Billboard Hot 100 schaffte.
Und dann ist da noch die Seite des Songwriters: Ingram schrieb u. a. mit Quincy Jones an Michael Jacksons „P.Y.T. (Pretty Young Thing)“ und war im Umfeld von „We Are The World“ kreativ beteiligt – ein Hinweis darauf, wie tief er im Maschinenraum der Popgeschichte steckte.
Soundtrack-Magie: Wenn eine Stimme Kino macht
Viele entdecken Ingram über Filme – weil seine Stimme diese seltene Fähigkeit hatte, Gefühl „cinematisch“ klingen zu lassen. Auf GRAMMY.com wird seine umfangreiche Soundtrack-Arbeit explizit hervorgehoben – inklusive großer Titel und Auszeichnungen im Umfeld dieser Songs.
Gerade für HiFi-Fans sind diese Aufnahmen spannend: oft opulente Arrangements, weite Hallräume, viel Dynamik – und eine Stimme, die trotzdem immer vorne „steht“.
Warum James Ingram auf einer HiFi-Plattform zuhause ist
Wer auf mySoundbook Musik nicht nur hört, sondern erlebt, findet bei James Ingram gleich mehrere audiophile Glücksmomente:
- Stimmtextur & Mikrodynamik: Ingrams leises Ansetzen, das kontrollierte Vibrato, die feinen Luftanteile – perfekt, um Mitten, Präsenzbereich und Auflösung einer Kette zu beurteilen.
- 80er-Produktion mit Glanz: Viele Tracks kombinieren seidige Synth-Flächen mit echten Drums/Horns – ideal, um Bühne, Tiefe und Layering zu testen.
- Balladen als Anlagen-Prüfstein: Gute Balladen zeigen gnadenlos, ob ein System emotional packt oder nur „korrekt“ spielt.

mySoundbook Hörtipps: 6 Tracks für die „James-Ingram-Gänsehaut“
Wenn du seine Stimme wirklich verstehen willst, starte hier:
- Just Once – die klassische „Break-Your-Heart“-Ballade aus der Quincy-Jones-Ära.
- One Hundred Ways – die elegante Seite, samtig und doch präsent.
- Baby, Come To Me (mit Patti Austin) – 80s-Warmth, die sofort funktioniert.
- Yah Mo B There (mit Michael McDonald) – zwei Stimmen, ein Groove-Statement.
- Somewhere Out There (Soundtrack-Duett) – große Melodie, große Emotion, großes Stereo-Bild.
- I Don’t Have The Heart – Referenz-Ballade für Tonalität und Kontrolle.
Ein Vermächtnis in Zahlen – und in Gefühl
James Ingram gewann 2 GRAMMYs und erhielt insgesamt 14 Nominierungen – beeindruckend, aber eigentlich nur die „offizielle“ Seite einer Wahrheit, die Fans längst kennen: Diese Stimme war ein Ereignis.
Am Todestag, 29. Januar, lohnt es sich, genau hinzuhören: auf die Pausen, die leisen Übergänge, die Art, wie er eine Zeile „umarmt“. In einer Zeit, in der vieles auf Effekt getrimmt ist, erinnert James Ingram daran, dass Seele in der Stimme die nachhaltigste Form von Größe ist.


