Big in Japan – der Krieg der Receiver Schlachtschiffe

Ein Beitrag von Andreas Donner – Zeitschrift „analog“ Printausgabe 01.2018

Pioneer has developed a receiver even Marantz, Kenwood and Sansui will have to admit is the best.

Eine hochwertige HiFi-Anlage bestand für Kenner früher zwingend aus hochwertigen Einzelkomponenten. Receiver galten nur als billiger Kompromiss. Als aber Mitte der 70er Jahre riesige Receiver auf den Markt drängten, in denen Tuner, Vorstufen und Endverstärker der Spitzenklasse vereint waren, kam so mancher ins Grübeln.

Bis in die frühen 80er Jahre tobte zwischen den japanischen Herstellern ein regelrechtes Wettrüsten. Die Hauptdisziplinen dieses in den USA als „Receiver“ bekannten Wettstreits waren Größe, Ausstattung und Ausgangsleistung.

Den Anfang des Wettrüsten machter der Pioneer SX-1250. Dieser riesige Receiver mit sWatt RMS Ausgangsleistung ließ auf einmal die japanische Konkurrenz als aussehen und Pioneer verglich in großformatigen Werbeanzeigen Ihr Topmodell mit der Konkurrenz. In diesem dritten Teil unserer Serie über Receiver stellte ich einige Topgeräte aus meiner Sammlung vor, die zu ihrer Zeit Teil des Wettrüsten waren.

Den Anfang machte der schon in der Analog 02.17 gezeigte MARANTZ Model 2385. Ich erwarb Ihn mit silberner Front vor über 20 Jáhren auf den einen Eelektronik-Flohmarkt. Nach dem Transport des 26,5 Kg schweren und 49x18x44 cm (BxHxT) großen Klotzes zum entfernten Parkplatz litt ich eine Weile an akuter Schnappatmung.

Zu Hause entpuppte sich der MARANTZ als echter Schnapper. Er war unverbastelt und funktionierte bis auf die üblichen Kontaktproblemchen an Reglern und Schaltern einwandfrei. Diese Fehler wurden beiseitigt und das Gerät ausgiebig gereinigt. Dazu erneuerte ich alle Skalen- und Anzeigenbirnchen. Danach spielte der MARANTZ mit seiner 2 x 185 Watt Ausgangsleistung derart druckvoll auf, das es mir den Atem verschlug.

Der „Marantz 2385“ ist zwar nicht der grösste Receiver von Marantz, teil sich aber mit seinen größeren Brüdern „Marantz 2500“ und „Marantz 2600“ das identische Gehäuse. Ihm fehlt nur das sytlische Oszilloskop.

Enige Jahre später fiel mir ein defekter „2385“ mit schwarzer Front in die Hände. Nach Austausch der Fronten ein schwarzes Schmuckstück, dem ich später noch ein edles Holzkabinett spendiert.  Ab und an kommt der Dicke zum Einsatz. So zum Beispiel 2016 in der Audio Lounge der „Whisky`n more“- Messe in Bochum. Dort befeuerte er zwei Tage lang ohne jegliche Ausfälle zwei grosse TANNOY Boxen.

Fortsetzung folgt!

Infos auf Analog Audio Association https://aaanalog.de/

 

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