Big in Japan Teil 2 – Yamaha Receiver CR-3020

Ein Beitrag von  Andreas Donner / Ausgabe 01.2018 das Magazin für analoge Musikwiedergabe

Auf einem Flohmarkt lag vor über 20 Jahren im Schlamm ein frierender „CR-1000 Receiver, der duch Schneeregen immer nasser wurde. Keiner kümmerte sich um das Gerät, keiner beachtete es und kein Besitzer war auszumachen. Ich schlich etwa eine Stunde um das gute Stück herum und erbarmte mich seiner. Zu Hause angekommen, entfernte ich das nasse Holzgehäuse, reinigte das Gerät und ließ es im beheikten Keller zwei Tage lang trocknen. Danach traute ich mich und schaltete es vorsichtig ein. Zur meiner Verblüffung funktionierte der Receiver einwandfrei. Nach intensiver Pflege des Holzgehäuse mit Möbelpolitur sah der „CR-1000“ wieder neuwertig aus und er klang toll!

Der CR-1000 (Bild unten) war 1975 das Spitzengerät der YAMAHA „Natural Sound Receiver“. Er wog satte 19 Kg, hatte eine Ausgangsleistung von 2 x 85 Watt und kostete neu ca. 2000 DM. Und so ein Gerät hatte ich aus dem Schlamm gettet! Leider habe ich heute kein Bild mehr von diesem schönen Teil, denn es musste später seinem großen Bruder CR-3020 Platz machen.

Auch diesen kaufte ich vor vielen Jahren auf einem Flohmarkt. Ein Anbieter, der durch seine orangenfärbene Schutzkleidung auffiel (wir nannten ihn „Straßenfeger“), hatte des Öfteren hochwertige HiFi-Geräte im Angebot und ich hatte bei ihm schon so manches Schnäppchen gemacht. Eines Morgens ( der frühe Vogel fängt den Wurm!) kann mir mein Freund Johannes aufgeregt auf dem Flohmarkt entgegen und rief: “ Der Straßenfeger hat einen riesigen Yamaha Receiver, der ihm aber leider hingefallen ist“.Tatsächlich hatte der Verkäufer einen optisch makellosen „CR-3020“ Receiver von seinem Transpoter gehievt und das Gewicht völlig unterschätzt. Das Trumm war ihm aus den Händen geglitten und kopfüber auf das wunderschöne Holzgehäuse gefallen. Einige Kratzer und ein paar Macken waren die Folge. Ich zahlte trotzdem den gefordeten Preis, denn so einen Boliden hatte ich von YAMAHA noch nie zuvor gesehen.

Mit ein paar gefühlten Bandscheibenvorfälle zu Hause angekommen, inspizierte ich den „CR-3020“ (Bild unten) genauer. Glück im Unglück. Die Imposante Alufront war trotz des Sturzes makellos geblieben und die Schäden am Holzgehäuse waren returschierbar. Der Bolide hatte einen kleinen Defekt im (vom Verstärkerteil komplett getrennt) Kopfhörerverstärker, der mir von Meister Vogel in der Audioklinik Mühlheim behoben wurde. Zusätzlich waren alle Skalenlämpchen zu erneuern und einige Schalter bzw.  Potis hatten Kontaktprobleme, was einfach zu beheben war.

Und danach funktionierte der Receiver einwandfrei. Seitdem schmückt er mit den wunderbaren „NS-1000“ Lautsprechern von YAMAHA unser Wohnzimmer. Einige kennen diese Kombination aus dem Vintageraum des Analog-Forums 2016 in Krefeld. Der CR-3020 kam 1978 auf den Markt und ist äußerst hochwertige verarbeitet.

Alle Bedienelemente bestehen aus hochwertig verarbeitet, Alle Bedienelemente bestehen aus massiven Aluminium. Die Platinen im Gerät sind servicefreundlich gesteckt und mit Abschirmblechen versehen. Das Holzgehäuse hat ein edles Holzfurnier aus Makassar. Das Gerät wirkt mit seinem puristischen Design nobel und gediegen. Der CR-3020 wiegt unglaubliche 37 Kg und bietet eine Ausgangsleistung von über 2 x 170 Watt. Die Phonovorstufe hat zwei Eingänge, einer davon umschaltbar zwischen MM und MC. Weiterhin sind Anschlüsse für zwei Tapes und Aux vorhanden. Dieses Gerät war mit seinen riesigen Abmessungen von 63 x 19 x 50 cm YAMAHAS absolut größter Receiver. Der Neupreis betrug stolze 3800 DM.

 

Fortsetzung folgt!

 

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