Duesenberg & Duesenberg, das Kultautomobil

Der Name Duesenberg Gitarren hat seinen Ursprung in der Leidenschaft des Firmengründer Dieter Gölsdorf für den Stil der 40er und 50er Jahre. In den 20er Jahren gab es in den USA die Duesenberg Motor Company, ein Autohersteller der damals besonders schöne Autos gebaut hat. Wir möchten einen Blick auf die wechselvolle und spannende Geschichte hinter der Duesenberg Motor Company werfen.

Die Duesenberg Motor Company & die goldene Zeit der Duesenberg Automobile

Gegründet wurde die Duesenberg Motor Company von den Brüdern Friedrich (Fritz, später Frederick, Fred; 1876–1932) und August (später Augie genannt; 1879–1955) Düsenberg. Beide kamen in Lemgo / Nordrhein-Westfalen zur Welt. 1895 wanderte die Mutter mit ihren sechs Kindern nach Iowa / USA aus. Schon bald würde das ü im Namen gegen ein ue ausgetauscht.

Die Anfänge der Entwicklungen 1897 liegen aber noch nicht beim Auto sondern in der Herstellung von Fahrrädern. Ab 1902 widmete sich Fred dem Tuning von Autos anderer Hersteller. Nach der Insolvenz der Firma waren die Brüder bei der Mason Motor Company in Des Moines (Iowa) beschäftigt, für die sie den Marvel entwickelten. 

1913 war es dann endlich soweit und die Duesenberg Motor Company (DMC) wurde in St. Paul, Minnesota gegründet. Die ersten Entwicklungen waren ein Vierzylindermotor und ein Reihenacht-zylindermotor mit 4,3 l Hubraum und 90 PS. Während des Ersten Weltkriegs lieferte die DMC Motoren für Boote und Flugzeuge der britischen Armee und nach Frankreich. Nach dem Krieg stieg Duesenberg wieder in die Autoproduktion ein. Neben Erfolgen beim Rennen in Indianapolis stellte ein Duesenberg 1920 einen Weltrekord mit 251 km/h auf; 1921 gewann ein Duesenberg den Großen Preis von Frankreich in Le Mans. Ab 1921 entstand als Serienfahrzeug der Duesenberg Model A mit einem 4,3 Liter großen Reihenachtzylindermotor, der 1926 zum Model X weiterentwickelt wurde.

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1926 wurde das Unternehmen an Errett Lobban Cord veräußert. Die Brüder Duesenberg blieben dem Unternehmen in leitenden Positionen erhalten. In der Folge wurden Fahrzeuge und Motoren für die Marken Auburn, Cord und Duesenberg gemeinsam entwickelt und gebaut – ein Vorgehen, wie es Bentley und Rolls-Royce nach ihrem Zusammenschluss in Europa ähnlich handhabten. Die Wagen wurden nun in den Hallen von Auburn produziert. In der Holding der Cord Company produzierte Duesenberg unter allen Marken stets die Spitzenmodelle mit dem höchsten Ansehen und auch den höchsten Preisen.

Die Duesenberg-Modelle waren zukunftsweisend, nicht nur durch ihre Zuverlässigkeit, sondern ebenso mit technischen Lösungen – mit hydraulischen Bremsen, DOHC-Vierventiltechnik und Kompressoraufladung – auch in den zivilen Versionen, die von Königen, Filmstars und Gangsterbossen gefahren wurden. Das 1929 vorgestellte Duesenberg Modell J hatte einen Hubraum von 6,9 l, eine Leistung von 265 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Sein Nachfolger SJ hatte einen aufgeladenen Motor und brachte es 1932 auf 320 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 243 km/h.

Duesenberg lieferte, wie zu jener Zeit üblich und typisch, lediglich Motoren und Fahrgestelle. Die Aufbauten wurden von Karosseriebauern, Sattlern und Schreinern individuell nach Kundenwunsch gefertigt. Zu ihnen gehörten mit Derham, LeBaron, Murphy, Rollston oder Waterhouse die teuersten und exklusivsten Unternehmen der Branche. Es gab und gibt keine zwei gleichen Duesenbergs – jedes Fahrzeug war ein Unikat. Erst 1930 legte Duesenberg ein eigenes Programm werksseitig angebotener Karosserien auf.

Der Neupreis eines SJ würde heute bei etwa 1,5 Millionen Euro liegen. Duesenberg konnte es sich leisten, seine Kunden auszusuchen. Es reichte nicht aus, einfach den entsprechenden Kaufpreis vorlegen zu können. Nur wenn der Kunde den Vorstellungen der Duesenbergs entsprach, kam es zum Geschäft. Als die ersten Duesenbergs in den Gangsterkreisen von Chicago und New York auftauchten und auch Banküberfälle damit verübt wurden, bei denen die schnellen Fahrzeuge als Fluchtautos dienten, waren die Duesenberg-Brüder sehr um den Ruf ihrer Marke besorgt.

Von Duesenberg stammt auch ein W24-Bootsmotor, mit dem H. E. Dodge Jr. (Sohn von Horace Elgin Dodge) 1937 erstmals auf dem Wasser die 100-mph-Grenze (rund 161 km/h) durchbrach.

Am 26. Juli 1932 verunglückte Fred tödlich, als er nach der Arbeit über den Ligonier Mountain, Pennsylvania, zurückfuhr. Durch den Tod von Fred Duesenberg verlor das Unternehmen seinen genialen Konstrukteur. Sein Bruder August überlebte ihn um mehr als zwanzig Jahre; er starb am 19. Januar 1955.

Duesenberg heute – begehrt und selten

Duesenberg-Fahrzeuge werden ab ca. einer Million US-Dollar gehandelt, manchmal auch auf Auktionen. Verkäufe von Duesenberg-Autos sind über das letzte Jahrzehnt an den Fingern einer Hand abzuzählen; wer einmal einen „Duesie“ hat, gibt ihn in aller Regel nicht mehr her. Duesenberg-Verkäufe sind seit 1970 fast nur noch nach Todesfällen von Eignern zustande gekommen, wie z. B. bei der Auflösung der „Harrah’s Collection“ von William F. Harrah, eines Spielcasinobesitzers in Nevada, dessen Autosammlung nach seinem Tod auf Europa-Tournee ging, bevor sie zu Teilen versteigert wurde. Unter anderem waren ein Auburn Speedster und alle drei Duesenberg-Wagen von Harrah im Juni 1979 in Düsseldorf in der Alten Messe zu sehen. Ungefähr die Hälfte der rund 650 jemals hergestellten Duesenberg soll noch fahrbereit sein. Andere Quellen sprechen von 470 produzierten Fahrzeugen.

Nach Europa gelangten nur etwa 30 der produzierten Duesenberg-Wagen; ein großer Teil von ihnen überdauerte die Kriegswirren nicht. Der Ruf der Duesenberg-Autos in den USA ist in europäischen Maßstäben nur mit den Fahrzeugen von Rolls-Royce vergleichbar, aber neben dem Luxus des hohen Preises zudem mit dem Plus einer hohen Leistung und Sportlichkeit. Die Wagen gelten bei ihren Anhängern als Nonplusultra des zeitgenössischen Automobilbaus.

Die Marke Duesenberg hatte Einfluss auf die US-amerikanische Umgangssprache. Mit der Aussage „It’s a doozy!“ wurde ab dem 19. Jahrhundert eine Sache ursprünglich als schön bezeichnet, „doozy“ war die Slang-Form von „daisy“ (Gänseblümchen). Nach dem Erscheinen der Duesenberg-Fahrzeuge vollzog sich allerdings ein Bedeutungswandel. Der Satz kennzeichnet nun einen Gegenstand als extravagant. Wegen der phonetischen Ähnlichkeit findet sich vereinzelt die Schreibweise „It’s a duesy!“

Ein bekannter Sammler von Duesenbergs ist der US-amerikanische Moderator Jay Leno. Neben seiner beträchtlichen Anzahl an Autos aus verschiedenen Automobilepochen besitzt er auch seltene Duesenbergs aus den Jahren 1920 und 1930.

Kommentare (1)

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