Thorens – steht für exklusive Schallplattenspieler „Made in Switzerland“

Hermann Thorens (1856–1943) gründete 1883 in Sainte-Croix, einer kleinen Gemeinde im Schweizer Jura (Kanton Waadt) das Unternehmen „Thorens“. Angefangen hat der Familienbetrieb mit Spieldosen und Musikwerke. 1903 begann Thorens mit der Fertigung von Edison-Phonographen. Ab 1906 wurde bei Thorens die Produktion auf die Herstellung von Horngrammophonen für die Wiedergabe von Schellackplatten umgestellt. Insgesamt wurden etwa drei Millionen Grammophone gebaut und verkauft, zuletzt als Koffer-Geräte. Daneben stellte Thorens auch Mundharmonikas (bis 1952) und Feuerzeuge (bis 1964) her. 1928 sicherte sich Thorens die ersten Patente u.a. über den elektrischen Direktantrieb des Plattentellers bei Grammophonen. 1930 wurden bereits 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Neben den Grammophonen wurden gemeinsam mit der deutschen Firma Stassfurt-Imperial hochwertige Rundfunk-Empfangsgeräte hergestellt. Anfang der 40er Jahre begann Thorens mit der Entwicklung und Herstellung kompletter Schallplatten-Schneideanlagen sowie Vertonungs- und Verstärkeranlagen für Kinos. Firmengründer Hermann Thorens starb 1943.

In den folgenden Jahren entwickelte Thorens verschiedene Plattenspieler und Plattenwechsler. Mit diesen Entwicklungen gelang es auch auf den US-Markt zu kommen. Darunter waren auch Entwicklungen wie der „Symphony“ CD 50, ein Plattenwechsler mit zwei Motoren, der in der Lage war, Schallplatten – ohne diese von Hand zu wenden – von beiden Seiten abzuspielen.

1949 entwickelte man die Musikanlage „New Century“, ein Rundfunkgerät mit kabelgebundener Fernbedienung. Dieses Bedienteil war kaum größer als ein Buch und enthielt den Empfangsteil mit der Senderskala und den Bedienknöpfen; die „Schallwand“ beinhaltete den Verstärker und Lautsprecher.

1957 wurde ein hochwertiger Plattenspieler für den professionellen Einsatz in Rundfunkstudios präsentiert, der als einer der ersten über ein wechselbares Tonarmbrett für die Montage verschiedener Tonarme (von 9 bis 12 Zoll) verfügte. 1965 führte Thorens mit dem kompakten TD 150 den einstufigen Riemenantrieb ein. Die Besonderheit dieses Plattenspielers war sein zweiteiliges Chassis. Bei dieser Bauart auf der Grundlage eines Patents der amerikanischen Firma Acoustic Research befinden sich der Tonarm und das Plattentellerlager auf einem schwimmend gelagerten Subchassis, das Erschütterungen und Vibrationen abfedert. Dieses Subchassis wurde in den folgenden Jahren zu einem Konstruktionsmerkmal der Thorens-Plattenspieler. Bis heute werden Thorens-Plattenspieler, die nach diesem Prinzip aufgebaut sind, gefertigt. 1966 wurde der Firmensitz nach Wettingen (Schweiz, Kanton Aargau) verlegt und in Thorens-Franz AG umbenannt.

Der 1972 vorgestellte TD 160 stellte die Grundlage einer ganzen Laufwerksgeneration dar, die bis weit in die 1990er-Jahre hinein gebaut wurde. Heute wird es in einer Neuauflage, die mit RDC-Elementen ausgestattet ist, von der „neuen“ Firma Thorens gebaut. In den 70er Jahren hatte Thorens seine Produktpalette immer weiter ausgebaut und u.a. ergänzt durch den Dipol-Lautsprecher „Soundwall“, die Receiver AT 410 und AT 403 sowie das Cassettendeck PC 650.

1980 entstand mit dem „Reference“ das bislang größte und schwerste Thorens-Laufwerk mit einem unglaublichen Gesamtgewicht von etwa 90 kg. Von dem Gerät, das ursprünglich als Messplattform und Schauobjekt konzipiert worden war, konnten etwa 100 Exemplare verkauft werden. Über die genaue Produktionszahl gibt es jedoch widersprüchliche Angaben. Auf diesen Plattenspieler konnten bis zu drei Tonarme montiert werden. Die Preise lagen je nach Ausstattung jenseits von 18.000 DM (etwa 9.100 Euro).

In den frühen 1980er-Jahren entwickelte Thorens auch Geräte für den Einsatz in Rundfunk und Diskotheken.

Ein weiterer Plattenspieler aus dieser Zeit war der TD 226, der technisch auf dem TD 126 basierte, jedoch mit zwei Tonarmen ausgestattet werden konnte. Von dem TD 226 wurden nur etwa 600 Exemplare gebaut.

Im Jahre 1983 feierte Thorens das 100-jährige Firmenjubiläum und brachte aus diesem Anlass die Sondermodelle „Centennial“ (Basis TD 126) und „Jubilee“ (Basis TD 147, dieser wiederum abgeleitet vom TD 160) in limitierter Stückzahl auf den Markt. Das Laufwerk „Prestige“ wurde 1983 auf der Berliner Funkausstellung präsentiert. 1984 stellte Thorens mit dem TD 320 eine neue Plattenspielergeneration vor. Die letzten Neuentwicklungen der 1980er-Jahre waren das direktgetriebene Diskothekenlaufwerk TD 535, dessen Antrieb auf eine Entwicklung von Revox zurückgeht.

Während der 1990er-Jahre wurde die Firmenstruktur mehrmals geändert. Anstelle kosten- und zeitintensiver Neuentwicklungen wurden die Plattenspieler hauptsächlich weiterentwickelt. Ab 1993 ließ Thorens einen Teil der Plattenspieler in Polen bauen, zwei Jahre später wurde die Produktion jedoch wieder nach Deutschland verlagert. Ein Versuch, mit preisgünstigen Plattenspielern neue Käufer zu finden, scheiterte und im Juni 2000 musste die Thorens Audio Vertriebs-GmbH Insolvenz anmelden.

Nach dem Bankrott übernahm die 1999 in der Schweiz gegründete Thorens Export Company AG die noch verbliebenen Geschäftstätigkeiten. In den folgenden Monaten kam es zum Streit über die Verwendung der Markenrechte, den die Interthorens Marketing AG für sich entschied. Heute liegen die Namensrechte bei der Thorens Holding AG in Basel.

2003 folgte die Wiedereinführung der Firma Thorens. Anfang 2003 wurden unter anderem auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas unter dem Namen „New Line“ die völlig neuentwickelten Laufwerke der 800er-Serie vorgestellt, die mit der alten Konstruktions-Philosophie nichts mehr gemeinsam haben. Bei den neuen Laufwerken handelt es sich um sogenannte „Masselaufwerke“, deren Kennzeichen eine besonders massive Ausführung und ein relativ hohes Gewicht sind. Anfang 2004 erschienen auf der Basis der 800er-Serie zwei neue Masselaufwerke (TD 2010 und TD 2030) mit durchsichtiger Acrylzarge. Für den Konsumerbereich bietet Thorens die preisgünstigen Plattenspieler TD 170-1, TD 190-1 und TD 240 an.

2005 wurde mit dem TD 350 wieder ein traditionell geprägtes Thorens-Laufwerk mit Subchassis vorgestellt. Das Gerät vereinigt die Vorteile von Subchassis- und Masselaufwerk. Später folgte der TD 550, der auf der gleichen Technik basiert, jedoch mit Tonarmen bis zu einer Länge von 12 Zoll ausgestattet werden kann.

Auf der High End 2005 in München wurden auch die ersten bereits 2002 angekündigten Elektronik-Komponenten vorgestellt: die Mono-Endstufe TEM 3200, der Hochpegel-Vorverstärker TEP 3800 und die Phono-Stufe TEP 302. Für diese Produktlinie wurde Thorens mehrfach von der Fachpresse ausgezeichnet. Sowohl die Entwicklung wie auch die Fertigung der Elektroniklinie und der aktuellen Plattenspieler erfolgt ausschließlich in Deutschland.

Mehr Infos auf https://www.thorens.com/de/